Du sitzt oft stundenlang an deinem Reel, schneidest hier, animierst da – und nach dem Veröffentlichen passiert: So gut wie nichts. Nur ein paar Views und 5 Likes. Und das Gefühl, dass sich der Aufwand, den du in deine Reels steckst, nicht auszahlt.

Dabei liegt das Problem selten im Inhalt, sondern oft in kleinen Details, die sich schnell und einfach optimieren lassen. Denn: Schon kleine Stellschrauben können die Reichweite deiner Reels steigern.

Ich habe fünf verschiedene Reels von Selbstständigen analysiert und mein Feedback dazu geben dürfen – mit dem Einverständnis, die wichtigsten Learnings hier im Blog mit dir zu teilen.

In diesem Artikel bekommst du einen Einblick in meine Arbeitsweise und siehst anhand konkreter Praxisbeispiele, worauf ich beim Reel-Feedback achte – und welche kleinen Anpassungen oft einen Unterschied machen.

So gehe ich beim Reel-Feedback strategisch vor

Ich betrachte Instagram-Reels immer als Gesamtpaket und gleichzeitig die einzelnen Bausteine, aus denen sich ein Reel zusammensetzt. Konkret analysiere ich beim Reel-Feedback immer folgende vier Ebenen:

  1. Video
    Aufbau mit Hook (also wie das Video startet), Videoschnitte, Bildmaterial, Bildsprache, Platzierung von Text im Video, usw.
  2. Tonspur
    Stimmung, rechtlich „saubere“ Musik, passende Untertitel, Zusammenspiel von Ton und Video, usw.
  3. Beitragstext
    Aufbau mit Hook (starker erster Satz), Lesefreundlichkeit, Verständlichkeit und Handlungsaufforderung
  4. Gesamteindruck
    Wie stimmig das Reel als Ganzes wirkt und welche Details mir sonst noch auffallen

Dabei geht es mir NICHT NUR darum, mögliche Optimierungen für mehr Reichweite zu finden. Mindestens genauso wichtig ist mir, sichtbar zu machen, was von meinen Kund:innen bereits gut umgesetzt wurde.

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, aber ich habe noch kein Reel analysiert, an dem ALLES schlecht ist (ja das mein ich ernst… auch wenn du manchmal das Gefühl hast dein Reel ist einfach nur grottig, das ist es nicht!).

Und genau darauf bauen wir gemeinsam auf: Honorieren und festigen, was schon gut funktioniert und anschließend Schritt für Schritt optimieren. So werden deine Reels nach und nach besser und du erreichst immer mehr passende Menschen.

Danke Simone, Martina, Eva-Maria, Nicole und Yvonne, dass ich euer Feedback (in Auszügen) teilen darf! Die fünf Beispiele zeigen sehr gut, dass es meistens KEINE großen Baustellen sind – sondern kleine, gezielte Anpassungen, die spürbar mehr Wirkung bringen.

Reel-Feedback Nr. 1: B-Roll-Reel von Simone

Simone Rindlisbacher ist Jugend- und Lerncoach aus Bern und unterstützt Jugendliche sowie ihre Eltern dabei, Herausforderungen im Alltag und beim Lernen zu strukturieren und pragmatische Lösungen zu finden.

Simone hat ein B-Roll-Reel erstellt. Kurze Erklärung: Bei einem B-Roll-Reel liegt der Schwerpunkt auf dem Beitragstext. Das Video dient nur als visuelle Ergänzung und zeigt meist kommentarlose Aufnahmen wie Arbeitsabläufe oder Stimmungsszenen.

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Instagram-Reel von jugendcoach_bern mit junger Frau, die an einer Bushaltestelle in der Stadt wartet; ruhige B-Roll-Aufnahme mit eingeblendetem Text zum Thema Kommunikation mit Jugendlichen
B-Roll-Reel von @jugendcoach_bern

Das hat Simone im Reel gut umgesetzt:

Mini-Learning für uns alle:

So machst du es besser:

Ich bin ein großer Fan davon, sich selbst zu filmen. Ich weiß, die Hürde dazu ist bei vielen meiner Kundinnen groß, aber es zahlt sich aus: Einerseits bist du mit selbst erstelltem Filmmaterial rechtlich auf der sicheren Seite und andererseits ziehst du damit genau die Kundinnen an, die zu dir und deiner Persönlichkeit passen. Es muss ja nicht gleich das Mega-Fotoshooting in der Öffentlichkeit sein… fang mal zuhause in den eigenen vier Wänden an.

💡 Merke:
Je authentischer du dich auf Instagram zeigst –> desto eher ziehst du passende Kund:innen an.

Tipp: Wenn du noch Angst davor hast, dich selbst auf Instagram zu zeigen, dann könnte dieser Blogartikel über Sichtbarkeitsangst für dich lesenswert sein.

Reel-Feedback Nr. 2: Monatsrückblick-Reel von Martina

Martina Dürrer ist Yogalehrerin in St. Valentin, wo sie Menschen mit achtsamkeits- und gesundheitsorientierten Yoga-Einheiten dabei unterstützt, Wohlbefinden und körperliche Balance in ihren Alltag zu bringen.

Martina hat einen Monatsrückblick erstellt und wie du vielleicht weißt, lieeebe ich diese besondere Art von Reels. Ich erstelle sie selbst regelmäßig auf meinem Instagram-Account, da sie schnell und einfach erstellt sind.

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Instagram-Reel von martina.duerrer mit persönlichem Monatsrückblick: Die Yogalehrerin steht in einer gepflasterten Straße mit Blick auf Instanbul – Beispiel für ein authentisches Rückblick-Reel.
Monatsrückblick von @martina.duerrer

Das hat Martina im Reel gut umgesetzt:

Mini-Learning für uns alle:

So machst du es besser:

Verwende (rechtlich „saubere“) Musik von der Meta Sound Collection oder setz deine Stimme mit einem sogenannten Voice-Over ein (eher was für Fortgeschrittene), wo du nachträglich in das Video eine eigene Tonspur einfügst, die etwas mehr Infos zu den gezeigten Clips verraten. Dadurch bleiben die Instagram-User länger dran und schauen dein Reel bis zum Schluss bzw. sogar öfter an.

💡 Merke:
Je länger die Watch-Time (dh. wie lange dein Reel angeschaut wird) –> desto höher ist deine Reichweite.

Tipp: Hol dir gern hier auf Instagram meine kostenlose Reel-Vorlage für deinen Monatsrückblick. Platz für bis zu 15 Clips und knackig geschnitten mit rechtlich „sauberer“ Musik von der Meta Sound Collection.

Reel-Feedback Nr. 3: Talking-Head-Reel von Eva-Maria

Eva-Maria Gerauer ist selbstständige Unternehmerin im Direktvertrieb und arbeitet mit Gesundheits- und Nahrungsergänzungsprodukten, insbesondere als unabhängige Vertriebspartnerin von Zinzino.

Eva-Maria hat sich an den „Endgegner“ vieler meiner Kundinnen gewagt und ein Sprech-Reel in Form eines Talking-Head-Videos veröffentlicht, in dem sie frontal in die Kamera über ihr Thema spricht. Der Schwerpunkt der Information liegt im Video selbst (nicht im Beitragstext).

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Talking-Head-Instagram-Reel von eva.gerauer mit direkter Ansprache in die Kamera und eingeblendetem Text „Du bist nie allein“ – Beispiel für ein authentisches Sprech-Reel mit Untertiteln.
Talking-Head-Reel von @eva.gerauer

Das hat Eva-Maria im Reel gut umgesetzt:

Mini-Learning für uns alle:

So machst du es besser:

Setz in deinen Reels immer eine Handlungsaufforderung. Damit steigt allein schon statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, dass die User mit unseren Beiträgen interagieren (also das Reel liken, kommentieren und Co.) – denn oft scrollen wir etwas „kopflos“ durch Instagram und da tut ein kleiner Stupser ganz gut. Interaktion ist wiederum gut für unsere Reichweite, da der Algorithmus merkt: „Ahhh, da tut sich was, das scheint ein spannendes Reel zu sein – das zeig ich noch mehr Leuten“.

💡 Merke:
Je mehr Interaktion auf dein Reel stattfindet (Likes, Kommentare, und Co.) –> desto höher ist deine Reichweite.

Tipp: Untertitel-Tools kommen schnell an ihre Grenzen, wenn man – so wie ich – im Dialekt redet. Ich empfehle dafür die App „InShot“. Hier in diesem Video auf Instagram zeige ich, wie du Untertitel mit der App in wenigen Sekunden erstellst.

Reel-Feedback Nr. 4: B-Roll-Reel von Nicole

Nicole Hufnagl ist Familienberaterin aus der Nähe von Krems (NÖ) und berät und begleitet Familien ganzheitlich auf ihrem Weg zu einem bindungs- und bedürfnisorientierten Familienleben.

Nicole hat (ähnlich wie Simone im 1. Feedback) ein B-Roll-Reel erstellt und mir ergänzend verraten, dass sie es ganz „ominös“ findet, dass dieses Reel – im Vergleich zu ihren anderen Kurzvideos – so viel weniger Interaktionen erzielt. Na dann schauen wir uns das mal an…

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Instagram-Reel von Nicole Hufnagl  mit ruhiger Naturaufnahme am See und eingeblendetem Text „Dein Kind ignoriert dich nicht. Es hört nur dein ‚Nicht‘ nicht.“ – Beispiel für ein B-Roll-Reel mit Textfokus.
B-Roll-Reel von @familie_leben_nicole_hufnagl

Das hat Nicole im Reel gut umgesetzt:

Mini-Learning für uns alle:

So machst du es besser:

Setz in deiner Handlungsaufforderung auf Interaktionen (wie z.B. Likes), wenn du dir Reichweite wünschst. Denn je mehr Interaktion stattfindet, desto mehr Reichweite bekommt dein Reel vom Algorithmus. Gut zu wissen: Die Handlungsaufforderung „folge mir“ finde ich per se nicht schlecht – sie hat nur ein anderes Ziel im Auge (nämlich Follower-Wachstum).

💡 Merke:
Wer nach Interaktion fragt –> bekommt mehr Interaktion (und somit auch Reichweite).

Tipp: Wie du in deinen Reels charmant nach Interaktion fragst, ohne dass es sich für dich „grauslich“ und bittstellerisch anfühlt, erfährst du hier in diesem Blogartikel.

Reel-Feedback Nr. 5: B-Roll-Reel von Yvonne

Yvonne Rothmann ist Familienberaterin aus Leibnitz in der Steiermark und begleitet Familien in bindungs- und bedürfnisorientierten Beratungen und Workshops zu Themen wie Schlaf, Beikost und Familienalltag.

Auch Yvonne hat das sehr beliebte Format eines B-Roll-Reels umgesetzt, indem sich der Informationsgehalt vorrangig im Beitragstext befindet (und nicht im Video selbst).

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Instagram-Reel von familygoals.at mit Yvonne mit Kinderwagen spazierend auf einem Waldweg und eingeblendetem Text zur Zeitumstellung – Beispiel für ein B-Roll-Reel mit thematischem Bezug zur Zielgruppe.
B-Roll-Reel von @familygoals.at

Das hat Yvonne im Reel gut umgesetzt:

Mini-Learning für uns alle:

So machst du es besser:

Sag in deiner Handlungsaufforderung ganz konkret, was die User jetzt tun sollen (hier im Fall von Yvonne: Kommentieren? Privatnachricht schreiben?) Wähle vor allem beim Kommentieren eine möglichst „einfache“ Frage, die möglichst viele Menschen (mit gutem Gefühl) beantworten können. Hier im Fall von Yvonne würde ich mich als Kommentatorin schlecht fühlen, wenn ich zugeben würde, dass ich es in der Vergangenheit anders gehandhabt habe.

💡 Merke:
Lieber eine „einfache“, aber funktionierende Handlungsaufforderung als eine tiefgründige, die niemand beantwortet.

Mein Fazit: Fundiertes Feedback spart dir Monate Herumprobieren

Du siehst: Alle fünf Reels waren von den Erstellerinnen bereits gut gemacht und weit entfernt von „grottenschlecht“. Es war bei keinem Reel eine komplette Neu-Produktionen nötig, sondern es ging lediglich um feine Stellschrauben.

Und genau da liegt der größte Hebel! Du musst nicht ständig neue Ideen ausprobieren, stundenlang bearbeiten oder peinlich Herumtanzen (außer du möchtest das :)). Oft reicht ein externer Blick, der dir sagt: „Das ist gut – und hier kannst du es noch besser machen.“

Nutz die fünf Praxisbeispiele gern als Inspiration für dich und schau dir deine eigenen Reels mal mit Blick auf Optimierungsmöglichkeiten an. Vielleicht findest du ja schon den einen oder andern Punkt, wo du bei deinen Reels ansetzen kannst.

Manchmal liegt der Unterschied zwischen 300 und 3.000 Views oftmals schon in einem einzigen Satz. Bereits mit ein paar kleinen Anpassungen kannst du schon richtig viel bei deinen Reels rausholen. Ich wünsche dir damit viel Erfolg.

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